Wir hatten viel Spaß mit dem Base von Bruce Goldsmith Design in Südtirol - ein Testbericht:

Vorweg:

  1. Wie immer: Testberichte sind tendenziell subjektiv
  2. Er hat mir so gut gefallen, dass ich ihn ab sofort selbst fliege
  3. Geflogen bin ich den Base S mit Sitz- und Liegegurt mit 72 bzw. 76 kg eine Woche lang in Südtirol
  4. Beurteilen entsteht durch Vergleichen; bis jetzt bin absolut überzeugt den Delta 2 von Ozone geflogen
  5. Aufschlussreiche Testberichte gibt s bereits andere (z.B. hier >)

bgd base 006 540Auspacken

Leinen schütteln (dicke, ummantelte, bunte Leinen) fertig, absolut einfach, absolut übersichtlich, schnell, Knoten übersehen fast ausgeschlossen, kalte Finger im Winter –weil die Handschuhe zum Entwirren ausgezogen werden müssen - ade, nur im Galeriebereich sind die Leinen unummantelt und die liegen ja auf dem Tuch. Die Tragegurte sind schmal und stabil, also einfach zu bedienen.

Starten

kann so einfach sein. Nur eins, der Schirm ist in seiner Klasse tatsächlich schnell, was natürlich auch eine höhere Abhebegeschwindigkeit mit sich bringt. Spaß am Startlauf bei Nullwind hilft.

bgd base 005 540Steuern

Der Steuerdruck wird in den Testberichten mit A angegeben, gerade in diesem Bereich mag ich eigentlich lieber das C, kurzes und präzises Handling, aber ich komme sofort sehr gut mit den Steuerwegen zurecht. Sie sind gleichmäßig zunehmend, Abriss scheint mir schwer möglich und er reagiert trotzdem agil auf die Bremse und kombiniert mit Körpereinsatz verleitet er schnell zum Spielen und Turnen bei gleichzeitig gefühlter stabiler Kappe in verschiedensten Lagen. Spaß pur.

Thermikanzeige

Wer sie mit diesem Schirm nicht spürt, das Beschleunigen in die Thermik, das Reinziehen, der sollte vielleicht besser Akro fliegen. Aber der Base ist kein Cruiser, die Kappe ist gespürt viel in Bewegung aber ohne Leistungsminderung und ohne dass er Nervosität vermittelt, eher die klare Rückmeldung über das, was in der Luft passiert.

gemeinsam fliegen 2016 160527 205Ohren anlegen:

Vorzeigemanöver! Einklappen, voll beschleunigen und die Ohren bleiben ohne Kraftaufwand und eingeschnittene Handseiten drin, das Sinken bei guter Vorwärtsfahrt ist passabel. Wer also lieber wegfliegt, statt sich den Elch zu spiralen, der hat mit dem Schirm viel Komfort.

Klapper (unbeschleunigt)

Unspektakulär. Er dreht erst kurz und schnell weg, ist dann aber schnell wieder auf seiner Flugbahn.

Steilspirale

Bin ich mehrmals aus dem Rollen geflogen. Das Handbuch hab ich erst danach gelesen (Blöd!). Ich war erstaunt, dass der Base dann schnell im Sinken war (14 – 16 m/s) bei wenig Eigengeschwindigkeit (40 km/h) und mit dem Lösen der Innenbremse nicht von selbst rausging, sondern erst nach dem Ziehen der Außenbremse. Im Handbuch ist allerdings vermerkt, dass das nur bei „nose over Spiralen“ (so nennen die das eben) passiert. Bei Spiralen, die aus dem Kreisen eingeleitet werden ist das nicht so. Das hat auch Thomas bestätigt, der den Base ihn in M geflogen ist. Er meinte von dort aus lasse sich die Spirale einfach ein –und ausleiten und dosieren.

Ich werde das noch testen, aber in jedem Fall hab ich wieder mal gelernt, dass es sich hin und wieder lohnt das Handbuch zu lesen...

Landen

Einfach einfach.

bgd base 001 540Geschwindigkeit und Gleiten

Als ich gelesen hatte, dass der Base das gleiche Gleiten und den gleichen Geschwindigkeitsbereich wie meine „alter“ C-Schirm haben sollte, dachte ich zunächst, Papier ist geduldig. Aber zum Glück hatten wir in Südtirol eine Freundin in der gleichen Gewichtsklasse dabei und wir konnten in Ahornach in früher thermischer Luft nebeneinander gleiten, haben beide die Hände hängen lassen und die Schirme nahmen sich auf längerer Strecke nichts. Beschleunigt konnten wir das nicht mehr vergleichen, weil Beates Beschleuniger riss.

Verarbeitung:

Tip top. Ich persönlich mag die Steuerschlaufen, sie sind nicht ganz so groß und wabblig wie andere, in der Skistockhaltung sind sie perfekt für mich.

Rucksack

gemeinsam fliegen 2016 001 540Nettes Design. Für mich ist der 100 l Rucksack (der kleinste) perfekt. Er ist schmal geschnitten, leicht, hat robuste Reißverschlüsse, das Liegegurtzeug passt knapp rein, das  Leichtgurtzeug passt mit Platzreserven rein, tragen lässt er sich fast so gut wie mein extra dafür vorgesehener hike and fly Rucksack. Die Polsterung im Rückenteil reicht auch so hoch, dass man den Schirm nicht durchschwitzen kann.

Fazit

Der Base ist ein echter high B-Schirm mit vielen Talenten, der uns viel Spaß  macht .  Wer noch Fragen hat oder ihn mal probieren möchte, der kann sich bei uns melden. Service und Lieferzeiten vom deutschen Importeur sind übrigens perfekt.

(Jutta)