Mit dem SKYTRAXX 2.1 bringt der Schwarzwälder Fluginstrumentehersteller erneut ein hochinteressantes Universal-Vario auf den Markt.

Nachdem wir das Gerät schon vor einigen Wochen etwas näher unter die Lupe nehmen durften (siehe unseren Bericht hier >), konnten wir das SKYTRAXX 2.1 zum Jahreswechsel bei unterschiedlichen Flugbedingungen ausführlich testen.

gemeinsam fliegen 20181231 100 540 Erster Eindruck

Das Fluginstrument ist kaum größer als sein kontrastreiches, gut ablesbares Display, eingefasst in ein minimalistisches Gehäuse mit den gewohnten und bewährten vier Tasten, geschützt durch eine griffige Silikon-Hülle.

Es wirkt erstaunlich leicht und tatsächlich bringt das SKYTRAXX 2.1 nur ca. 150g auf die Waage. Der Systemstart dauert kaum eine Sekunde und auch das GPS ist in kürzester Zeit parat.  

Das mitgelieferte Klett-Pad erweist sich in seiner Klett-Haftung etwas kräftiger, als der Kleber auf dessen Rückseite fürs Geräte-Gehäuse, wir tauschen es kurzerhand gegen einen anderen Klett-Selbstkleber aus.

Ansonsten ist das SKYTRAXX 2.1 ab Werk direkt »ready to fly«. Den übersichtlichen Standard-Bildschirm mit den wichtigsten Infos kennen wir schon vom Vorgänger 2.0 Plus, neu sind die konfigurierbaren weiteren Flug-Bildschirme (Bildschirmseiten), die man einfach mit der OK-Taste durchblättert. 

Nach ein paar spielerischen Tastenklicks ist sofort klar, dass man mit dem Gerät auch ohne IT-Studium gut zurecht kommt, trotz des sich schnell offenbarenden großen Funktionsumfangs ist die Bedienung sehr einfach und intuitiv.

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Um die vielen Informationen anzuzeigen, die das Gerät dem Piloten zur Flugunterstützung anbietet, stehen vordefinierte Typen von Bildschirmseiten zur Verfügung: Die Standard-Seite mit Vario, Höhe MSL, Kompass, Groundspeed, Windrichtung und -Geschwindigkeit sowie vier weiteren Infos, voreingestellt auf Vario integriert, Gleitzahl, Flugzeit und Höhe AGL.

Weiter Bildschirmtypen sind: Thermikassistent (dazu gleich mehr), XXL-Seite mit wenigen und dafür sehr großen Anzeigen), Karten-Seite (skalierbar, zeigt z.B. Wegpunkte und Lufträume), Dreiecks-Assistent (Katen-Seite mit XC-Berechnungen) und FANET-Radar (zeigt andere FANET-Teilnehmer).

Je nach dafür individuell einstellbarer Schriftgröße lassen sich pro Seite bis zu vier Anzeigefelder frei definieren. »Frei« bedeutet in diesem Fall: pro Bildschirmseiten-Typ stehen jeweils die passenden Funktionen zur Belegung der Felder zur Verfügung. Das erspart unnötiges Klicken in einer überlangen Liste und ist so eindeutig im Sinne der intuitiven Einfachheit.

Diese sog. Flug-Bildschirme lassen sich über das Menü ein- oder ausschalten, in der Reihenfolge verändern und bei Bedarf auch mit unterschiedlichen Anzeigen mehrfach ins ins Gesamt-Setup einbauen.

Uns gefällt das Konzept, genau die Informationen sehr übersichtlich zur Verfügung zu haben, die man braucht und alles weglassen zu können, was für die ganz persönlichen Fluggewohnheiten eher unwichtig erscheint.

Sollte man eine bestimmte Info, wie z.B. die Dreiecks-Optimierung irgendwann doch vermissen, kann man sie jederzeit im Setup wieder einschalten.

So bietet das SKYTRAXX 2.1 dem Puristen oder Flug-Einsteiger gleichermaßen optimale Unterstützung, wie dem anspruchsvollen XC-Crack. Nicht selten hat ein anfänglicher Technik-Verweigerer die Möglichkeiten seines Fluginstruments nach und nach schätzen und lieben gelernt …

gemeinsam fliegen 20190112 100 540 2Vario

Gespannt waren wir auf das Vario. Nach Information des Herstellers basiert es auf einem Sensor der allerneusten Generation, der die Unterstützung der Druckänderungs-Information durch Beschleunigungssensoren bereits wieder überflüssig macht.

Jene Innovation der letzten Jahre bietet zwar einige Vorteile, hat aber in der Praxis auch ihre Tücken gezeigt. Was letztlich im Gerät verbaut ist kann, dem User eigentlich egal sein, wenn es denn gut funktioniert. Und im SKYTRAXX 2.1 funktioniert es sogar sehr gut!

Das Vario ist sensibel, schnell in der Reaktion und präsentiert seine Infos übersichtlich auf dem Display. Die Töne haben wir vorab schon mal unseren Gewohnheiten angepasst. Ausgeliefert wird das Fluginstrument mit einer Reihe vordefinierter Tonprofile, was momentan noch fehlt, ist eine Beschreibung derselben in der Dokumentation.

Da es aber die gleichen Tonprofile wie beim »großen Bruder«, dem SKYTRAXX 3.0 sind, kennen wir sie bereits und wissen auch, dass man diese am 3er editieren und auf das 2.1 laden kann. Geplant ist zudem ein online-Editor für die Technik-Freaks. Nicht jeder will es einfach und pragmatisch …

Zu erwähnen ist noch die Standard-Einstellung für die integrierte Vario-Anzeige auf 20 Sekunden - sicher eine Frage des persönlichen Flugstils. Wir haben unsere Varios alle auf 7 Sek eingestellt, das entspricht ungefähr einem halben zügigen Thermikkreis (siehe unseren Artikel »das Vario optimal nutzen«).

gemeinsam fliegen 20190101 102 540 Thermik-Assistent

Braucht man einen Zentrier-Assistenten? Brauchen vielleicht nicht, aber wenn er funktioniert, dann kann das eine feine Sache sein! Ein bisschen Luxus darf man schon erwarten von einem Hightech Fluginstrument!

Die Idee: das Gerät registriert die unterschiedlichen Steigwerte während des Zentrierversuchs, findet den Bereich des besten Steigens und errechnet, wohin dies der Wind mit der Höhe versetzt. Das Eigensinken in der steigenden Luft natürlich mit kalkuliert. Jetzt muss das Fluginstrument nur noch anzeigen, wo ich hinfliegen soll und schon gehts optimiert nach oben …

Soweit die Idee. Die Umsetzung ist freilich programmiertechnisch eine recht komplexe Herausforderung. Ganz offensichtlich haben die SKYTRAXX Entwickler diese aber mit Bravour gemeistert. Das sieht dann auf dem Display so aus: gemeinsam fliegen 20190112 100 540 Der Pfeil in der Mitte zeigt die aktuelle Flugrichtung an, die dünne Linie davor die vorausberechnete Flugbahn (je nach aktuellem Kurvenradius). Dort, wo der Thermikassistent des SKYTRAXX 2.1 brauchbares Steigen vermutet, erscheint auf dem Bildschirm ein Kreis.  Der symbolisiert nun den Thermikschlauch. Kurbelt man so weiter, dass die dünne Linie der vorausberechneten Flugbahn im Kreis bleibt, befindet man sich stets im Bereich des besten Steigens.

Ehrlich gesagt waren wir anfangs sehr skeptisch, ob eine Software Thermik zentrieren kann. Schließlich hat das doch sehr viel mit Erfahrung und Gefühl zu tun. Aber Jürgen Eckert, der Chef-Entwickler von Skytraxx, hat offensichtlich beides - und  als Programmierer exzellente Arbeit geleistet. Jedenfalls funktioniert die Zentrierhilfe bei sehr unterschiedlichen Bedingungen in der Praxis erstaunlich gut. Ein wirklich schöner Luxus! Kompliment!

gemeinsam fliegen 20181231 101 540 Lufträume

Sich zwischen beschränkten Lufträumen zurecht zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Das SKYTRAXX 2.1 bietet auch hier eine pragmatisch gute Lösung: zunächst ist auf der Karten-Seite alles zu sehen, was die Flug-Freiheit einschränkt. Ausgefüllte Felder markieren dabei Lufträume, die bis zum Boden reichen, die anderen darf man je nach Höhe unterfliegen.

Nähert man sich einer Beschränkung an, warnt das Gerät mit deutlichem Ton und schaltet auf eine Seitenansicht des Luftraums um - Jetzt ist zu erkennen, um welchen Luftraum es sich handelt, welche Beschränkung es dort gibt (CTR, EDD, EDR, RMZ usw.) und wie weit man sowohl horizontal als auch vertikal noch von den Luftraumgrenzen entfernt ist. Der Clou: ein Pfeil weist den kürzesten Weg in die unbeschränkte Freiheit zurück.

Dreiecks-Assistent

 Für Streckenflieger ist es oft eine sportliche Herausforderung, möglichst viele Punkte nach den Regeln der  Streckenflug-Wettbewerbs-Wertung zu erfliegen. Diese errechnen sich aus der zurückgelegten Strecke (Luftlinie), den Eck- bzw. Wendepunkten der Streckenführung und der sich daraus ergebenden Form, wie man sie als Fluglinie auf  einer Karte sehen würde (freie Strecke, flaches Dreieck, FAI-Dreieck). Je nach Streckenführung gibt es für die zurückgelegten Kilometer unterschiedliche Multiplikationsfaktoren, die am Ende die Gesamtpunktezahl für den Flug bestimmen.

Natürlich hat uns auch interessiert, wie gut der Dreiecks-Assitent des SKYTRAXX 2.1 funktiononiert.  Satte Thermik am Neujahrstag weckte denn auch den sportlichen Ehrgeiz,  ein kleines FAI-Dreieck zu erfliegen. Die grobe Streckenführung ergab sich zwar schon aus den Gegebenheiten des Geländes und den Wetterbedingungen, bei der Umsetzung des Flugplans  hat die  gute grafische Darstellung des Dreiecks-Assitenten zur Flug-Optimierung aber beste Dienste geleistet. Am Ende war es auch nur diesem zu verdanken,  mit einem kleinen Schlenker vor dem Landeplatz das Dreieck zu vervollständigen. 

Wie der Dreiecks-Assistent genau funktioniert und wie man ihn am besten im Flug verwendet, beschreiben wir   demnächst in einem eigenen Artikel.

gemeinsam fliegen 20190112 107 540 Wander-Modus

So gerne wie wir beide fliegen, erwandern wir uns inzwischen auch mit Freude den Startplatz dazu. Das SKYTRAXX 2.1 dokumentiert dabei nicht nur unsere Streckenkilometer und Thermikstunden (NB: auch ein Abgleitet kann wunderschön sein …), sondern auch die Aufstiegshöhenmeter samt der zugehörigen Wanderroute.

Das ist nicht nur fürs sportliche Ego ganz nett, es macht auch als Orientierungshilfe Sinn. In unseren Fluggebieten in der Pfalz z.B. führen die Aufstiege zwar über bequeme Wege, die Routenführung folgt aber nie einer beschilderten Wanderroute. Einmal abgelaufen oder auf der online-Karte rausgesucht, können wir nun den Wander-Track per Datei teilen und »als Pfad verwenden« (wie es im SKYTRAXX-Menü benannt ist). Das funktioniert dann wie beim Fliegen auf einer festgelegten Route: das Fluginstrument zeigt per Pfeil die richtige Laufrichtung und bei jeder Kreuzung weiß man sofort, wo es weiter geht.

gemeinsam fliegen 20181105 100 540 FANET+

Das von Skytraxx entwickelte FANET+ ist eine Kommunikationstechnologie zur Verbesserung der Flugsicherheit und zum Informationsaustausch.    
Was FANET+ alles kann, füllt alleine mindestens einen sehr ausführlichen Artikel. Wir stellen das Thema deshalb in unserem Praxisbericht erst mal zurück und berichten später darüber..

Fazit

Das SKYTRAXX 2.1 überzeugt uns durch übersichtliche Anzeigen, die praxisgerechte, intuitive Bedienung, ein hervorragendes Vario, die Fülle der Möglichkeiten bei gleichzeitig einfacher Konfiguration, seine kompakten Maße, das geringe Gewicht und nicht zuletzt durch ein gefälliges Design. Kurzum: Das SKYTRAXX 2.1 ist unserer Meinung nach das derzeit ausgereifteste Universal-Fluginstrument, das einer sehr großen Zielgruppe perfekte, praxisorientierte Flugunterstützung bietet. Zu einem fairen Preis. Braucht man oder frau  mehr?

gemeinsam fliegen 20181231 100 540 2Technische Informationen zum SKYTRAXX 2.1 findest du hier auf der Website des Herstellers >