Dem weißen Zauber haben wir in diesem Jahr in deutschen Mittelgebirgen sehr vermisst. Aber einmal musste es noch sein, dieses Gefühl sich lautlos durch Winterlandschaften zu bewegen.

Also begaben wir uns auf die Suche nach dem verloren gegangenen Winter und fanden ihn für ein Wochenende lang in den Lechtaler Alpen.

gemeinsam fliegen 20200218 001 540In Schoppernau stellen wir nach der Anfahrt das Auto ab und laufen los, mit schmalem Gepäck und den am Rucksack festgebundenen Schneeschuhen. Wir folgen dem Schlittenweg durch den Wald und schon nach einigen Höhenmetern liegt Schnee und es beginnt zu schneien. Da sind sie die lautlosen Flocken, die die Naturgesetze um die Zeit scheinbar mühelos aus den Angeln heben. Die Zeit scheint einen eigenen langsameren Rhythmus zu finden und auch wir bewegen uns still dazu am Bach entlang, der kräftig rauscht, durch den Wald,  800 Höhenmeter hinauf.

gemeinsam fliegen 20200219 010 540Schon bald ziehen wir die Schneeschuhe über und genießen jede Aussichtslücke mit Winterweitblick, die wir finden. Im letzten Stück, knapp über der Baumgrenze, laufen wir über freies Gelände, der Wind pfeift uns um die Ohren,  der Schnee peitscht uns ins Gesicht. Aber wir können das Neuhornbachhaus mit seinen einladenden roten Fensterläden schon sehen. Die Dolen fliegen sturmtanzend und schreiend davor herum, während wir mühsam zum Ziel stapfen.

gemeinsam fliegen 20200218 004 540Angekommen in der warmen Stube werden wir von Gebhard Rüff, dem Hüttenwirt herzlich empfangen und mit Kuchen und Getränken versorgt. Für heute müssen wir nicht mehr raus! Von der guten Stube aus dem  Fenster ins Schneetreiben zu schauen, hat ja auch was. Außerdem ist die Sauna im Keller eingeheizt und sorgt für Wärme und Entspannung bevor es zum Abendessen geht.

gemeinsam fliegen 20200219 011 540Der Hüttenwirt und seine Köchinnen gehen offen auf meine allergiebedingten Extrawünsche beim Essen ein. Supergut und so weit oben auch keine Selbstverständlichkeit! Das drei-Gänge- Menü endet sehr zur Freude von Thomas mit selbestgebackenen frischen Krapfen, für mich gibt s den Hausgebrannten zum Nachtisch, auch der ist lecker!. Wir schlafen herrlich im eigenen Zimmer, nicht im hüttenüblichen Matratzenlager.gemeinsam fliegen 20200220 012 540

Am Morgen beim reichhaltigen Frühstück tauschen sich die paar Gäste, Schneeschugeher wie wir und Skitourengeher, über mögliche Routen für den Tag aus. Gebhard steht allen mit seiner Erfahrung zur Seite. Er gibt sein Wissen über die akutelle Schneelage, den Wetterbericht und mögliche Routen gerne weiter. Ein Hüttenwirt mit Leidenschaft für seine Arbeit! Vielmals Danke, Gebhard!
Wir wollen, das Wetter ist wieder klarer, mit den Schneeschuhen noch auf einen Gipfel.

gemeinsam fliegen 20200220 018 540Gemütlich und den wenigen Tierspuren folgend laufen wir auf Neuschnee wie auf Wolken bis zum Falzer Kopf (1970m), genießen alles, was wir gesucht haben: den Winter, den Weitblick, die Stille und entdecken ganz nebenbei zwei neue Startmöglichkeiten für unseren Lieblingssport, dem Gleitschirmfliegen, machen noch ein paar Fotos und schweben wieder bergab zur Hütte  bevor wir uns die Schlitten schnappen, unsere Rucksäcke und die Schneeschuhe mit der Materialseilbahn runter bringen lassen und jetzt 800 !!!! Höhenmeter Schlittenabfahrt durch zum Teil freies Gelände, durch Wald über Brücken - immer auf der Spur bleibend- genießen!!!!

gemeinsam fliegen 20200220 023 540Was für ein Spaß! Die Lachmuskeln werden strapaziert. Unten angekommen tauschen wir die Schlitten gegen unsere Rucksäcke , sind  glücklich den Winter noch einmal gefunden zu haben und sind uns sicher: Wir kommen wieder - und wir freuen uns schon jetzt drauf!

Jutta und Thomas

P.S. Dieser Ausflug ist unbedingt zur Nachahmung empfohlen!

web: www.neuhornbachhaus.com

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